Very berry Pavlova | Wie aus einem missglückten Kuchen das beste Dessert wurde

Manchmal ist es doch wie verhext! Da sucht man im Netz nach „Pavlova“ und findet die köstlichsten Torten, allesamt liebevoll dekoriert, so dass einem schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammenläuft. Man scrollt sich kurz durch die verschiedenen Rezepte und denkt: „Mensch, das ist ja einfach, warum hab ich denn das nicht schon mal eher probiert.“ So scheint es zumindest. ;-) und dann läuft irgendwie alles aus dem Ruder.

Nee, keine Sorge, beim Zutatenkauf lief noch alles glatt! Die Auswahl an frischen Früchten war für einen Samstag Nachmittag im Supermarkt super. Die meisten Zutaten hatte ich im Haus, so dass ich kurzerhand loslegen konnte.

Es wurde gemixt und gerührt, der Ofen war entsprechend vorbereitet, die Abmessungen auf das Backblech gezeichnet und die Meringue Creme wanderte in den Ofen. So far – so good!

Stolz wie Bolle öffnete ich nach 2,5 Stunden die Ofentür und freute mich wie eine „Eiweiß“-Schneekönigin über das süße Törtchen, welches toll aufgegangen ist!

Tja, aber dann traute ich meinen Augen nicht, als ich nach der Abkühlzeit die „very berry“-Cream auf den Baiser gab!

Die Torte gab nur noch ein leises „Pffff…“ von sich, rutschte in sich zusammen und verteilte sich auf dem Backblech weit außerhalb der von mir vorgezeichneten Linien ;-) Was ist denn das für ein Taktgefühl von der Torte? Wenigstens für ein Foto hätte dieses Ding doch so schon weiß und fluffig stehen bleiben können, oder? Diese kleine Wolke aus Eiweiß und Zucker.

Aber nix da! Es sah eher aus wie ein „ausgelaufenes Etwas“, brüchig und rissig und ich war der Verzweiflung nahe. Ahhh! Kurze Panik, denn eigentlich wollte ich die Pavlova abends mit zu Freunden nehmen, so als kleiner Torten-Happen nach dem Essen.

Aber so?

Ach, ehrlich gesagt … wurde es noch ein toller Abend und die Pavlova war trotzdem der Star! Da ich die Torte nicht einmal mehr vom Backpapier nehmen konnte ohne noch größere Schäden anzurichten, habe ich einfach das Backblech genommen … mich mit jeder Menge Löffel bewaffnet … und wir hatten das beste Dessert was man sich vorstellen kann.

So saßen wir abends mit 5 Erwachsenen und 4 Kindern am Tisch, in der Mitte das Backblech und haben uns über den Nachtisch hergemacht. Einfach mal so! Ohne Teller oder Schälchen. Ratzfatz alles weg. Mit hochgezogenen Mundwinkeln von einem Ohr zum anderen!

Ich habe ein wenig überlegt. Kann ich denn jetzt überhaupt ein Rezept empfehlen, was mir nicht gelungen ist? Ich finde – ja! Denn egal, ob es nach einem aufgetürmten Kunstwerk aussieht oder später das tollste Löffel-Dessert wird – geschmeckt hat es wunderbar!

Pavlova

  • 4 Eiweiß
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Weißweinessig
  • 250g Zucker
  • 100g gehobelte Mandeln
  • 1 EL Speisestärke

Beerencreme

  • 200g gefrorene Beerenmischung
  • 2 TL Zucker
  • Saft von einer Orange
  • Abrieb einer Orange
  • 300g Schlagsahne, sehr kalt
  • 110g Mascarpone
  • 100g frische Blaubeeren
  • 100g frische Erdbeeren
  • weitere frische Früchte eurer Wahl
  • ggf. frische Minze zum Dekorieren

 

  1. Heizt den Backofen auf 180° Grad vor. In einer Rührschüssel das Eiweiß mit dem Salz für 3 Minuten mit dem Mixer auf höchster Stufe aufschlagen. Im Anschluß, den Weißweinessig hinzufügen und langsam Zucker einrieseln lassen. Weitere 8 Minuten auf höchster Stufe die Pavlova Crème rühren.
  2. In einer kleinen Schüssel die Mandeln mit der Speisestärke mischen. Vorsichtig unter die Eiweißcreme heben.
  3. Schnappt euch ein Backblech und legt dieses mit einem Bogen Backpapier aus. Am besten zeichnet ihr euch nun einen Kreis von ca. 23cm vor, um die Größe eurer Pavlova zu markieren. In dieser Abmessung die Crème auf dem Backblech mit der Gabel verteilen. In die Mitte eine Vertiefung drücken, damit später die Beerenfüllung hineingegeben werden kann.
  4. Das Backblech in den Ofen geben und sofort die Temperatur auf 100°Grad verringern und das feine Baiser 90 Minuten backen.
  5. Nach dieser Zeit den Ofen ausstellen und und bei geschlossener Ofentür die Meringue eine Stunde in der Wärme verbleiben lassen. Danach könnt ihr diese aus dem Ofen nehmen und komplett abkühlen lassen.
  6. Ran an die Füllung: in einem kleinen Topf die gefrorene Beerenmischung mit Zucker, Orangensaft und dem Orangenabrieb für 5 Minuten köcheln lassen.
  7. Sahne und Mascarpone für ca. 3 Minuten mixen. Die Hälfte entnehmen und mit der abgekühlten Beerensauce vermengen. Mit einem Löffel vorsichtig nun auch den Rest unterheben.
  8. Die Beerencreme auf die Meringue geben und mit den frischen Früchten garniert werden. Zum Abschluss vielleicht noch etwas Minze?

Pavlova_rheinherztelbe_1

Pavlova_dessert_rheinherztelbe

Pavlova_rheinherztelbe_2

Beim Aufschreiben des Rezepts habe ich gerade gedacht, vielleicht habe ich die Eiweißmasse nach der Backzeit nicht ausreichend abkühlen lassen oder vielleicht war die Backzeit zu kurz, die Temperatur zu niedrig. Das kann ich aber nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber ich probier das nochmal aus. Und wenn es wieder nichts wird? – So what! Total egal. Dann bewaffne ich mich einfach wieder mit Löffeln und schleiche zu den Nachbarn in den Garten und frage, ob sie schon Nachtisch hatten. ;-)

Ich bin mir sicher, jeder von euch kennt bestimmt eine super Geschichte, die mit einem „Missgeschick“ in der Küche begonnen hat und dann doch ganz wunderbar und überraschend geendet ist, oder?

In diesem Sinne, lasst euch nicht ärgern,

happy weekend!

Rebekka-Unterschrift

 

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1 Kommentar

  • antworten
    Jule vom Crafty Neighbours Club
    19. Juni 2016 at 9:37

    Ach, herrlich. Genauso muss ein perfektes Dessert schmecken. Meine Pavlovas sind optisch auch immer eine Null, aber wir lieben den Geschmack und das zählt ja schließlich. Jetzt schaue ich mal, wieviele Eier noch im Kühlschrank sind und zaubere heute Abend ein Pavlovas-Träumchen. Liebe Grüße von Jule

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